Studie: Sind Architekten im Social Web angekommen?

Heute möchten wir unseren Blick einmal auf eine Branche richten, die mit dem Thema Social Media selten in Verbindung gebracht wird. Tourismus, Industriegewerbe, Handel und Unternehmensberater – Vieles davon fand bisher in unseren zahlreichen Artikeln und Interviews platz. Doch wie schaut es mit Architekten und der Baubranche per se aus? Findet hier Social Media Kommunikation überhaupt statt? Wenn ja – mit welchem Ziel und Erfolg? Zufälligerweise traf ich beim Social Networking auf  den Marktforscher Thomas Wagner von der Bauplattform Heinze, der u.a. eine Studie zum Thema “Social Media bei Architekten und Planern” veröffentlicht hat. In unserem kleinen Interview sprachen wir über seine spannende Zielgruppe, welche Rolle hier Social Media einnimmt und die interessanten Ergebnisse seiner Nachforschungen.

 

Was verbirgt sich hinter Ihrem Unternehmen?

Bild: Thomas Wagner

Bei Heinze GmbH für Markt- und Marketingforschung verantwortlich: Thomas Wagner.

Unser Unternehmen liefert Architekten und Planern, privaten Bauherren und Baustoff-Fachhändlern in Deutschland seit seiner Gründung 1961 Informationen – im Auftrag der Industrie. So hat sich Heinze inzwischen zu einem multimedialen Informationspartner für Bau- und Ausstattungsprodukte entwickelt. Dabei ist zu unserer Mission geworden, die verschiedenen Akteure der Baubranche enger miteinander zu vernetzen. Wir bringen aber nicht nur Print- und Onlinemedien auf den Markt. Seit einigen Jahren führen wir zudem bundesweit Vortragsveranstaltungen für Architekten durch und bringen dort die Hersteller mit ihrer Zielgruppe direkt zusammen. „Your Networking Company“ ist deshalb heute zu einem Selbstverständnis geworden und bleibt zugleich stets die Vision, die uns antreibt.

Was sind Ihre Zielgruppen?

Einerseits die Hersteller von Bau-, Ausstattungs- und Einrichtungsprodukten, andererseits die Nutzer unserer Medien, also Architekten und Planer, Bauherren und Modernisierer oder Baustoff-Fachhändler. Wir orientieren uns mit unseren Informationssystemen seit 50 Jahren konsequent am Nutzerbedarf und sind deshalb in der Branche sehr etabliert. Da diese Systeme den Nutzern weitestgehend kostenlos zur Verfügung stehen, haben wir über die Jahre hinweg eine einzigartige Reichweite erzielt. Unser internes Team aus Architekten, Planern und Sachverständigen ist in der Lage, alle Herstellerinformationen bedarfsgerecht aufzubereiten, und zwar auf konstant hohem Niveau. Klarer Nutzen, hoher Nutzungsgrad, hohe Reichweite – das ist die Basis unseres Erfolgs.

Spielt Social Media für Sie eine wichtige Rolle, wenn ja welche?

Wie in vielen anderen Unternehmen wird auch bei uns Social Media immer wichtiger, insbesondere in der Unternehmenskommunikation. Die Zielgruppenansprache ist bei uns allerdings sehr differenziert, da wir Kunden sowohl im Bereich B2B als auch B2C haben. Entsprechend unterschiedlich sind die Kanäle die wir nutzen. Derzeit lässt sich jedoch bereits beobachten, dass eine klassische Funktion von Social Media bei uns erfüllt wird: Die Kommunikation mit allen Akteuren im Baubereich hat sich in alle Richtungen verbessert. Sie ist schneller und unkomplizierter geworden – ein echter Vorteil für alle!

Für die Zukunft ist uns zunächst einmal wichtig, am Ball zu bleiben, denn Trends entwickeln sich im Web 2.0 teilweise rasant, so dass man als Unternehmen schnell Gefahr läuft, Entwicklungen zu verpassen. Die Mediennutzung, die Informationssuche und letztlich auch das Entscheidungsverhalten der Kunden sind längst nicht mehr statisch und berechenbar, sondern ständig in Bewegung. Wir begreifen dies als Chance, auch unsererseits auszuprobieren und zu lernen.

Was war der Anlass für Ihre Social Media Studie?

Im Jahr 2010 haben wir eine branchenweite Befragung bei Herstellern, die „Branchenbefragung 3.0“, durchgeführt. Dort haben wir erstmals auch die Social Media-Nutzung abgefragt. Aus der Umfrage ging hervor, dass Social Media im Rahmen des Marketing-Mix eine nur untergeordnete Rolle gegenüber Themen wie z.B. Suchmaschinenmarketing, Direktmarketing oder Messen spielte. Seit 2010 ist Social Media jedoch immer stärker in alle Lebensbereiche der Deutschen vorgedrungen, so dass wir neugierig waren, inwieweit auch bei unseren Nutzern ein Umdenken stattgefunden hat. Zugleich erhalten wir immer mehr Anfragen aus der Industrie, ob sich ein Engagement aus unserer Sicht für sie lohnen könnte. Insofern kann man sagen: Wir haben das Thema sowohl aus eigenem Interesse heraus aufgegriffen, als auch aufgrund von äußeren Impulsen.

Zu Ihrer Studie: Wie werden soziale Medien bei Architekten und Planern hauptsächlich genutzt?

Zunächst einmal ist festzuhalten, dass der Bekanntheitsgrad von Facebook, Twitter und Co. bei Architekten und Planern teils sehr hoch ist. Dagegen fällt allerdings die Nutzung dieser Portale deutlich ab. Ein Sonderfall ist vielleicht YouTube, das rund 60 Prozent passiv nutzen. Nur 7 Prozent stellen hier selbst Beiträge bereit. Von den befragten Architekten und Planern erkundigte sich etwa ein Drittel in den sozialen Medien auch nach Bauprodukten, wobei nur 5 Prozent angeben, dies wirklich häufig zu tun. Sie versprechen sich davon ganz allgemein, im sozialen Netz Informationen zu bekommen, die sie sonst nicht erhalten: authentische Einschätzungen von ganz normalen Leuten mit ehrlichen, unverfälschten Meinungen über die Produkte. Das Vertrauen in solche Meinungen ist allgemein groß. Allerdings ist auch eine gewisse Zurückhaltung auf Seiten der Architekten und Planer spürbar: Datenschutz, Social Media als möglicher Zeitkiller, angezweifelte Sinnhaftigkeit – all dies sind Gründe, nicht überstürzt ins Thema einzusteigen. Es dürfte spannend sein zu beobachten, wann und wie sich diese Haltung verändert. Immerhin: ein Fünftel der Architekten und Planer tauscht sich bereits mit Kollegen über soziale Medien aus. Das ist eine gute Basis.

Sehen Sie hier noch große Defizite gegenüber anderen Branchen?

Als Spezialist für die Baubranche können wir seriös nur für diese sprechen. Traditionell tut sich die Baubranche mit Entwicklungen dieser Art schwerer als andere, so war und ist es beispielsweise auch beim E-Commerce. Auch weisen gelegentlich Kollegen, die aus anderen Branchen in unsere gewechselt sind, auf einen gewissen Nachholbedarf hin. Natürlich gibt es auch in unserer Branche einige sehr positive Beispiele für Unternehmen, die aus meiner Sicht sehr vorbildlich mit dem Thema Social Media umgehen. Allerdings lässt sich auch beobachten, dass Social Media-Initiativen von Herstellern oftmals nicht von langer Dauer sind. Hier zeigt sich, dass Social Media nicht unterschätzt werden darf: Es ist ein Kommunikationstool wie alle anderen auch und bedarf daher – wie alle anderen auch – eines klaren Konzeptes, vernünftiger Ziele und einer guten personellen Ausstattung.

Kennen Sie Fallbeispiele aus Ihrem Architekten-Netzwerk, bei dem Social Media bereits erfolgreich eingesetzt wird?

Wir wissen aufgrund einer Befragung aus dem letzten Jahr, dass 12 Prozent der Architekten und Planer soziale Medien nutzten, um ihr Unternehmen bzw. ihre Projekte vorzustellen. Also Imagegründe. Damals hatten 28 Prozent vor, soziale Medien für derartige Zwecke einzusetzen. Eine nächste Befragung steht bevor, und wir sind gespannt auf die Ergebnisse. Aktuell gibt es eine Facebook-Präsenz des Architekturbüros Stefan Forster, die mit mehr als 5.000 „Fans“ außerordentlich erfolgreich ist. Hier zeigt sich auf vorbildliche Weise, dass mit der richtigen Herangehensweise ein echter Dialog zwischen Architekten, Kunden, Verarbeitern und allen weiteren am Bau beteiligten Gruppen entstehen kann – ein echter Mehrwert!

Wie bewerten Sie das Thema insgesamt? Warum wird es in Zukunft wichtiger sein auch in dieser Branche aktiv im Social Web vertreten zu sein?

Die Mediennutzung hat sich durch Smartphones, Tablets, Apps und Social Media nachhaltig und rasant verändert. Diese Entwicklung macht auch vor unserer Branche nicht halt. Da das Thema ein Stückweit auch ein Generationenthema ist, sehen wir allein schon durch die nachwachsende Generation von Architekten und Planern eine deutliche Zunahme sowohl in der Nutzung von Smartphones und Tablets, als auch in der Nutzung von Apps und Social Media. Aber auch heute schon sind die Voraussetzungen für eine Zunahme vorhanden: 90 Prozent der Architekten und Planer haben ein Handy, etwa die Hälfte davon ein internetfähiges Smartphone. Die Tablets holen ebenfalls auf: bereits 20 Prozent nutzen sie beruflich, und weitere 25 Prozent planen dies für die Zukunft. Da steckt viel geschäftliches Potenzial drin – und das ist für alle interessant, egal in welchem Alter.

Bildquelle: Heinze GmbH

 

Herzliche Grüße aus der Social Media Agentur Berlin,
Sebastian Voss

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