Social Media Recruiting in der Hotellerie

Wie Sie  ja alle wissen, sind wir mit unserer Personalberatung Social Media Karriere jederzeit auf der Suche nach qualifizierten Social Media Fachkräften. Bei unseren Mandanten handelt es sich meist um größerere Mittelständler und international aufgestellte Unternehmen. Doch das auch mittlere Unternehmen aus der Tourismusbranche das Social Media Recruiting für sich entdeckt haben, zeigen die eifrigen Aktivitäten des Hotel Berlin Berlin. Mit Anne Bubner, ihres Zeichens Brand & Media Manager, sprach ich über Ziele, Maßnahmen und Learnings im Social Media Recruiting.

Wie sind Sie aktuell im Social Web aufgestellt?

Anne Bubner, Brand & Media Manager Hotel Berlin Berlin

Anne Bubner, Brand & Media Manager Hotel Berlin Berlin

Die Auswahl der Social Media Sites orientiert sich analog zu unserer Unternehmensphilosophie und unseren Unternehmenszielen. Das bedeutet, wir sind seit knapp über einem Jahr aktiv im Social Web tätig in unterschiedlichen Bereichen:

In Communities sind wir…
…bei Facebook mit zwei Profilen bei XING mit einemFirmenaccount sowie einem Forum.

Wir twittern und bloggen auf…
…Twitter mit zwei Profilen (Berliner_Hotel und BerlinerHotel_Jobs)
…auf hotelfach.de mit einem Hotelprofil.

Bewertet werden können wir auf …
…Qype mit einem Premium Account
Tripadvisor.

Mehr zu sehen gibt es über uns auf …
…auf Youtube
…auf Vimeo
…auf Flickr
…auf Photobucket.

Verfügen Sie über eine Social-Media-Strategie?

Ja, denn wir sehen Social Media als ein weiteres Kommunikationsmedium in unserem Hotel an und deswegen ist es für uns ein wichtiges und eines der globalsten Elemente unserer Unternehmensstrategie, das analog zu unserer Philosophie und unseren Unternehmenszielen (Balanced Scorecard) fungiert. Daher wählen wir die Plattformen sorgfältig aus und recherchieren im Vorfeld, ob wir in den Portalen auch unsere Zielgruppe wieder finden oder vielleicht eine neue, potenzielle Zielgruppe auftun können. Außerdem haben wir in einigen Plattformen, wie Facebook und Twitter auch mehrere Profile angelegt, um genau die unterschiedlichen Zielgruppen bedienen zu können und den Inhalt zu liefern, der für die einzelnen Fans/Followers einen Mehrwert bietet.

Uns ist es nicht unbedingt wichtig, in allen Bereichen vertreten zu sein, denn hinter jedem Social Web stecken Menschen – Mitarbeiter -, die diese Plattformen auch pflegen müssen und mit Inhalt lebendig halten. Jeder Post und jeder Kommentar kommt zu 100% aus unserem Hotel. Daher muss jede Strategie, die gewählt wird, erst einmal von den Mitarbeitern verstanden werden, damit wir unsere Marke – Hotel Berlin, Berlin – auch global nach außen vertreten können, ohne das jeder Community-Writer bei der Geschäftsführung anklopfen und nachfragen muss, ob er dieses oder jenes posten darf. Aus diesem Grund gibt es bei uns eine ausgewählte Community, die in den einzelnen Plattformen recherchiert und schreibt, aber jeder Mitarbeiter darf natürlich auch kommentieren. In unseren monatlich stattfindenden Social Media Academies für die Mitarbeiter, zeigen wir auf, was eigentlich Social Media bedeutet und warum wir genau das tun, was wir tun, und in welchem Rahmen sich die Mitarbeiter hier beteiligen können und sollen. Somit schaffen wir natürlich auch eine „Social Environment“ in unserem Hotel, in dem sich die Mitarbeiter mit unserer Marke identifizieren, Vertrauen haben in die Entscheidungen unseres Hauses und am Ende des Tages unsere Gäste, sei es im Hotel oder im Social Web, glücklich machen, so dass unsere Fans, Followers und Gäste sagen können: Hey, das Hotel Berlin, Berlin hat mir ein echtes Erlebnis bereitet.

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Ihren Personalmarketing-Maßnahmen im Social Web gesammelt?

Bisher nutzen wir drei Plattformen, auf denen wir Rekrutierungsmaßnahmen vornehmen:FacebookTwitter und XING. Diese drei Portale sprechen unterschiedliche Zielgruppen an, auf die unterschiedliche Stellenanzeigen passen können. Facebook spricht eher potenzielle Auszubildende an sowie Stellenanzeigen unterschiedlicher Bereiche (Housekeeping, Front Office bis hin zum Verkauf). Twitter und XING sind eher im Businessbereich anzusiedeln und daher bewerben wir hier primär Jobangebote, die im administrativen und Verkaufsbereich liegen.

Auch hier legen wir großen Wert darauf, den Lesern und potenziellen Kandidaten, nicht nur Jobs anzubieten, sondern für uns ist auch sehr wichtig und Teil der Unternehmensmission und –vision, den Nutzern Hintergrundinformationen zu unserem Hotel, aber auch zu unserer Branche zu geben. Leider hat die Hotellerie nicht den besten Ruf, da oft von Überstunden und schlechter Bezahlung die Rede ist. Sicherlich ist die Arbeit in einem Hotel oder einem Gastronomiebetrieb nicht immer leicht, denn wenn der Gast im Hotel Dienstleistungen in Anspruch nehmen möchte, dann können diese weder auf Vorrat produziert (z.B. einem Essen), noch an eine andere Destination (außer Catering natürlich) transportiert werden, denn unser Hotel befindet sich nun einmal nur in Berlin am Lützowplatz. Und genau wie die Hotellerie alles in Echtzeit erfüllt, sollten auch die Social Media Plattformen, die mittlerweile in „realtime“ in den Suchmaschinen die Artikel und Jobangebote darstellen, entsprechend gepflegt werden von den Unternehmen.

Es ist dennoch zu sagen, dass wir hier natürlich noch Potenzial zum Ausbau haben, denn auf der einen Seite Personal in den Social Webs zu finden, ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist natürlich auch der Daten- und persönliche Schutz des Jobanwärters, den wir trotz der globalen Möglichkeiten, wahren möchten.

Welches Feedback bekommen Sie von Ihren Bewerbern?

Das Feedback ist bisher sehr positiv. Immer mehr potenzielle Bewerber werden über die Social Medien auf uns aufmerksam und finden es besonders toll, welche Themen wir aufgreifen und das wir den Fans zuhören. Fast alle Auszubildenden im vergangenen Jahr haben aufgrund unserer Social Web Plattformen oder unserer Internetpräsenz eine Bewerbung an uns gerichtet. Viele Bewerber sind ebenfalls durch das Internet oder aber durch Freunde, die direkt Fan oder Follower von uns sind, auf uns aufmerksam geworden.

Das häufigste Feedback, dass wir erhalten ist unsere Art und Weise, wie wir schreiben und uns präsentieren – natürlich, offen und ehrlich. Das ist auch das, was sich unserer Bildsprache widerspiegelt.

Welche Tipps geben Sie anderen Unternehmen, die Mitarbeiter über das Social Web rekrutieren möchten?

Bevor Mitarbeiter über das Social Web rekrutiert werden sollen, ist es wichtig vorher festzulegen, welche Strategie bzw. welche Ziele verfolgt werden und welches Publikum angesprochen werden soll. Intern muss natürlich auch geprüft werden, wer für die Rekrutierung zuständig ist. Dies muss unserer Meinung nach, nicht immer die Personalabteilung selbst sein, denn jeder Mitarbeiter ist ein Markenbotschafter und steht für unser Haus in jeder Situation. Auf jeden Fall sollten es Mitarbeiter sein, die dafür auch eine Passion haben und authentisch sind. So können Stellenanzeigen mit mehr Leidenschaft und Emotionen geschrieben werden.

An dieser Stelle ist es auch wichtig zu erwähnen, dass nicht nur im Social Web beworben/rekrutiert wird, sondern dass auch eine Erfolgskontrolle erfolgt in Form von Monitoring. Dies kann extern durch eine Firma erfolgen oder über Dashboards. Vielleicht hat der ein oder andere aber auch bereits ein eigenes Monitoringsystem aufgebaut, dass auch als Grundlage für das PMS (Property Management System) genutzt werden kann. Im Hotel Berlin, Berlin nutzten wir sowohl Dashboards als auch ein eigenes Monitoringsystem.

Wird nach Ihrer Meinung das Social Media Recruiting in Zukunft einen festen Platz neben dem klassischen Personalmarketing einnehmen?

Ich denke, dass es einen Mix geben wird, wobei die Social und Online Medien definitiv überwiegen werden, denn nur online sind die Stellenangebote wesentlich aktueller und flexibler zu verwalten. Außerdem werden die Smartphones immer mehr Einzug halten und so können auch von unterwegs Bewerbungen versand, Vorstellungstermine vereinbart und Stellen gesucht werden. Dies wird vielleicht noch nicht in den nächsten 1-2 Jahren als „selbstverständlich“ gelten, denn sowohl die Hotellerie und die Smartphone-Generation müssen sich mit der Technik auseinander setzen. Aber ich bin der Meinung, dass vieles über die Social Medien, und auch über Smartphones, gesucht wird, aber noch der klassische Weg über Online-Bewerbung von zu Hause am PC/Laptop oder mit einem Direktanruf eingehalten wird.

Worüber wir auch bereits nachgedacht haben, ist einen Chat einzurichten, in dem Bewerber mit uns live kommunizieren können und so bereits ein erster Eindruck vom potenziellen Bewerber und natürlich auch von uns als Hotel entsteht. Dies ist vielleicht auch eine Maßnahme, um die hohe Fluktuation in der Hotellerie bereits im Keim zu ersticken, wenn von Anfang an Werkzeuge gefunden und genutzt werden, die dabei unterstützen, wirklich zum Haus und zur Philosophie passende Mitarbeiter rekrutieren zu können.

Wo steht die Tourismusbranche in 5 Jahren in Hinblick auf die Gästekommunikation?

Meiner Meinung nach, sind die Social Medien nicht mehr wegzudenken und die Tourismusbranche muss eher früher als später einsehen, welche Macht das Tool Social Media, bei richtiger Nutzung, bedeuten kann für die eigene Marke. Und das bedeutet natürlich auch Investitionen in Mitarbeiter, die als Stimme hinter den Medien stehen. Vielleicht wird es auch dadurch höhere Löhne in der Hotellerie geben, wenn man auch die Leistungen dahinter sieht. Denn auch im Social Web sollte man 24/7 an 365 Tagen im Jahr am Ball bleiben, genau wie die Mitarbeiter im Hotel, die die Gästewünsche vor Ort erfüllen.

Es ist auch anzudenken, dass die Gäste vor Ort im Hotel z.B. über einen bestimmten Hashtag auf Twitter ihren Roomservive bestellen, dass es geschlossene User-Gruppen gibt, die untereinander von Zimmer zu Zimmer sowie mit dem Hotel chatten können. Was es sicherlich bereits auch gibt.

Vielmehr sehe ich aber den Trend in der Smartphone-Optimierung der Tourismus Websites, die stärker angelehnt werden müssen an das Nutzerverhalten der Gäste, als an die Buchungsabsicht. Im Fokus wird zukünftig immer mehr der Mehrwert für den Gast liegen, in Form von Call-back Buttons, Liv-Chat-Funktionen mit dem Tourismusunternehmen, Check-in von unterwegs, Begrüßung der Gäste bereits bevor sie im Hotel sind durch GPS-Ortung (ähnlich wie Facebook Places) etc.

Aber letztendlich ist jede noch so technische Annehmlichkeit über Social oder Online Media nichts gegen den persönlichen Service vom Mitarbeiter zum Gast vor Ort. Denn wenn die Mitarbeiter in der Dienstleistungsbranche vielleicht irgendwann einmal durch Roboter oder Computer ersetzt werden sollten, dann brauchen wir keine Sterneklassifizierung mehr und der Wunsch nach einer ganz besonders individuellen Behandlung ist dann ein Automatismus.

 

Herzliche Grüße aus der Social Media Agentur Hamburg,
Ihr Sebastian Voss

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Horst Ermert, Geschäftsführer
VCH Hotels Deutschland – Hotelkooperation GmbH

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